Last Updated on 05/01/2026 by mickschindler67@gmail.com
Dies ist keine Rezension des Buches „Can´t hurt me“ von David Goggins. Es ist eher ein Erfahrungsbericht. Ich muss zugeben, mir hat das Buch Spaß gemacht. Aber das alleine würde ihm nicht ganz gerecht werden.
Ich muss außerdem sagen, dass ich ein leicht ambivalentes Verhältnis zum Autor habe. Ich bin definitiv kein Fan in dem Sinn, dass ich David Goggins als Vorbild sehe. Dazu ist er viel zu extrem. Aber beeindruckt haben mich seine Leistungen dennoch.
Für ihn ist körperliches Training vor allem auch mentales Training. Der Geist beherrscht den Körper und zwingt ihn zu Leistungen, die ohne die mentale Stärke nicht erreichbar wären.
Ich glaube, man kann schon weit kommen, wenn man sich immer wieder bewusst aus seiner Komfort-Zone heraus bewegt, ohne den Körper soweit zu treiben, dass man in der Notaufnahme landet. Aber genau das sind meine Take-Aways und der Grund, aus dem ich empfehlen würde, das Buch zu lesen.
Doch jetzt etwas mehr ins Detail…
Das Buch erzählt die Lebensgeschichte von David Goggins. seine Jugend, die sicher hart war und sein Weg zu den Navy Seals. Ich habe den Eindruck, dass es die Geschichte eines Getriebenen ist. Er gibt in dem Buch dem Leser Aufgaben – Challenges – die als Anleitung dienen, wenn man sich den Mindset von David Goggins zu eigen machen möchte.
Es hat etwas mit Selbst-Optimierung zu tun, mit Grenzen ausweiten, aber er selbst geht dabei soweit, dass es an Selbstzerstörung grenzt.
Wie gesagt, mir hat das Buch Spaß gemacht. David schreibt unterhaltsam und teilweise sogar selbstkritisch. Beispielsweise wenn er berichtet, wie er sich als Teamleader bei den Navy Seals von seinem Team entfremdet hat, weil er sich nie auf persönliche Beziehungen einlassen wollte, sondern immer nur Extremleistungen gefordert hat.
An manchen Stellen ist das Buch auch ein Bericht über das Scheitern. Goggins musste das BUDS Training drei mal in Angriff nehmen, bevor er es zum SEAL geschafft hat, er brauchte mehrere Versuche, um den Klimmzüge-Weltrekord – über 4.000 innerhalb von 24 Stunden – aufzustellen.
Moment – 4.000 Klimmzüge in 24 Stunden und ich schaffe nicht mal 10 am Stück – da muss mehr drin sein.
Eine persönliche Anmerkung noch. Den Titel des Buches habe ich mir zum Mantra gemacht, wenn irgendeine Lebenssituation wirklich unangenehm oder schmerzhaft wird. Ich sage mir dann „Can´t hurt me“ und das bewirkt ein inneres Aufrichten, ein Sich-nicht-hängen-lassen.
Und die Frage, mit der David das letzte Kapitel des Buches überschreibt – „Was wäre, wenn?“ ist ebenfalls wirksam. Was wäre, wenn ich mich wirklich zum Freiburg-Triathlon im Juni 2026 anmelden würde?
Was wäre, wenn…?

